Feldbrache im Neckartal bei Wurmlingen –
Strukturreiche Gestaltung für das Rebhuhn und die Grauammer

Die Projektfläche

Finanziert über Privatspenden konnte die Artenschutzmanagemnt gGmbH bereits im Jahr 2020 die ersten Parzellen für den Artenschutz erwerben. Die beiden Flurstücke liegen zwischen Tübingen und Rottenburg am Neckar (Landkreis Tübingen). Sie sind Teil des FFH-Gebiets “Spitzberg, Pfaffenberg, Kochhartgraben und Neckar” und sind umgeben von intensiv landwirtschaftlich genutzen Flächen. Sie wurden als Teil eines Rebhuhnreviers ausgewiesen und wurden und werden zukünftig von der gGmbH hinsichtlich der Lebensraumansprüche verschiedener Brutvogelarten der Feldflur gepflegt. Im Zuge von Bestandsdokumentationen der Vogelfauna werden die Flächen jährlich von der Initiative Artenvielfalt Neckartal untersucht. 2021 konnten im Rahmen dieses Monitorings u.a. mehrere Brutpaare der Rohrammer, Dorngrasmücke und des Rebhuhns beobachtet und Rebhuhnrufer kartiert werden.

Im Winter 2020/2021 wurden erste manuelle Pflegeeinsätze (Zurückschneiden der Hartriegel und Brombeeren) durchgeführt.

Pflegemaßnahmen im Jahr 2022

Ende März 2022 wurde auf einer der beiden Feldbrachen der Boden umgebrochen. Einige Wochen später wurde in diesem Bereich eine Blühmischung neu eingesät, die im Laufe des Frühjahrs/Sommers gut auf ging.

Um die nachwievor günstigen aber teilweise verdichteten Vegetationsstrukturen für das Rebhuhn und andere Brutvogelarten in ihren verschiedenen Brachestadien zu erhalten und zu entwickeln wurden im Herbst 2022 Mulch- und Gehölzpflegearbeiten von einem örtlichen Landschaftspflegebetrieb durchgeführt. Es wurden verschiedene Schneisen gemulcht und Hartriegel und Brombeeren zurückgedrängt. Die auf einer der Brachen gewachsene große Brombeerhecke, die jahrelang von der Grauammer als Schlafplatz genutzt wurde, musste auf zwei Seiten deutlich zurückgeschnitten werden. Die überhängenden Strukturen auf den anderen beiden Seiten bieten den Vögeln nachwievor ausreichend Schutz. Auf der neu eingesäten Fläche kamen durch die Feuchtigkeit im September einige Hartriegelschösslinge hoch, die manuell durch punktuelles Mulchen beseitigt wurden. Die Pflegemaßnahmen wurden über Gelder der Landschaftspflegerichtlinie teilfinanziert.

Wir sind gespannt, wie sich die Flächen in diesem Jahr entwickeln und hoffen natürlich, dass sich einige Brutvogelpaare einfinden und die für sie optimalen Bedingungen vorfinden.