Das Projektgebiet

Weinbergsbrachen am Prallhang im Neckartal (Talheim/Horkheim/Landkreis Heilbronn)

Die Flächen bei Talheim/Horkheim im Landkreis Heilbronn liegen im Naturraum Neckar- und Tauber-Gäuplatten. Im November 2024 wurden der Artenschutzmanagement gGmbH diese Flächen als Spende übertragen. Die insgesamt 5 Parzellen im südwestlich exponierten Weinhang, die in räumlicher Nähe zueinander liegen, haben insgesamt eine Größe von ca. 5.000 m². Auf diesen Weinbergsbrachen soll anhand von übergreifend anwendbaren Pflege- und Aufwertungsmaßnahmen eine Aushagerung erreicht und besonders strukturreiche Lebensräume für gefährdete Insektengruppen wie z. B. Wildbienen und andere Blütenbestäuber geschaffen werden. Begleitend soll eine semiquatitative Arterfassung sowie eine sozioökonomische Analyse durchgeführt werden. Die südlichen Randbereiche der Parzellen am Stiftsberg sind zudem Teil des Naturschutzgebietes „Prallhang des Neckars bei Lauffen“ (NSG 1.120) und des FFH-Gebietes „Nördliches Neckarbecken“ (7021-342). Für dieses FFH-Gebiet liegt seit 2016 ein Managementplan vor, in dem eine Entbuschung und Gehölzentfernung sowie die Einrichtung eines Nutzungspuffers an den vorherrschenden kalk- oder basenhaltigen Felsstufen (LRT 8210 „Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation“) empfohlen wird. Entsprechende Maßnahmen sollen im Zuge des über die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) finanzierten Projekts mit umgesetzt werden.

Die Umsetzung der Pflegemaßnahmen

Beweidung, Bodenbearbeitung, Mahd und Beetle Bank

Nachdem die Flächen im Februar 2025 gerodet wurden und eine Basispflege stattgefunden hat, konnten Mitte April 2026 die Pflegemaßnahmen mit dem ersten Weidegang starten, die zeitlich, räumlich und fachlich gestaffelt durchgeführt werden sollen. Dies dient der Förderung eines Blühaspekts über die gesamte Vegetationsperiode hinweg als auch einem regelmäßigen Neuentstehen vielerorts im Mangel befindlicher früher Sukzessionsstadien in Form von überjähriger Vegetation mit wichtigen Nist- und Überwinterungsstrukturen für eine Reihe von Insektenarten.

Im Projekt vorgesehen ist eine extensive Ziegenbeweidung zur Förderung des Strukturreichtums in Form von Trittstellen (Offenbodenstellen) und Grashorsten sowie Mahd mit Abräumen zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr, wobei 5-10 % der Gesamtfläche der krautigen Vegetation an jährlich wechselnden Stellen unbeweidet/ungemäht bleiben und über den Winter stehen bleiben sollen. Eine Kombination aus Mahd oder Beweidung mit anschließender Bodenbearbeitung sowie die Einsaat regionalen Saatguts (optimierte Wildblumenmischung mit hoher Biodiversitätsleistung) auf Teilen der Flächen soll vergleichend angewandt werden. Auf einer der Teilflächen soll der Oberboden abgeschoben werden und im gleichen Zuge soll ein Erdwall zu einer als “beetle bank” bekannten Struktur aufgebaut werden, sodass Überwinterungshabitate für räuberische Wirbellose wie Laufkäfer und Nistgelegenheiten für Wildbienen und andere unterirdisch nistende Hautflüglerarten entstehen. Das Eindämmen von Gehölzsukzession sowie die Freistellung der Mauern und Felsen soll ebenso Projektbestandteil sein.

Wir danken der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) herzlich für die finanzielle Unterstützung in dem 2026 startenden Projekt “Entwicklung und extensive Pflege von Weinbergsfolgelandschaften”. Unsere Kooperationspartner in diesem Projekt: Hochschule Geisenheim University – Institut für Landschaftsplanung und Naturschutz sowie Arbeitsgruppe für Tierökologie und Planung GmbH

Projektkennblatt zum Projekt mit der Laufzeit 01.02.2026-31.01.2030

Anfang August 2025 wurde unser Projekt in Talheim/Horkheim im Zuge des Wettbewerbs “Unsere Heimat & Natur” von Edeka Südwest ausgezeichnet und mit einem Preisgeld von 3.000 € bedacht. Der Scheck wurde uns von Frau Sommer vom Edeka Sommer in Talheim überreicht, welcher die Patenschaft für unser Projekt in Talheim übernommen hat. Wir danken herzlich für diese Unterstützung (Foto: Matthias Stark, Pressemitteilung).